Sie haben einen Strafbefehl erhalten?

Strafbefehl?

Einen Strafbefehl ist vergleichbar mit einem Urteil eines Strafgerichts. Der entscheidende Unterschied ist, dass ein Urteil nur nach einer mündlichen Hauptverhandlung erlassen werden kann. Demgegenüber wird der Strafbefehl in einem schriftlichen Verfahren erlassen, es wird also nur nach Aktenlage ohne Gerichtsverhandlung entschieden.

Urteil!

Auch wenn sich das Strafbefehlsverfahren vom „normalen“ Strafverfahren in diesem wesentlichen Punkt unterscheidet, so macht das Gesetz doch keinen Unterschied, wenn es um die Folgen geht: § 410 Abs. 3 StPO bestimmt nämlich, dass der Strafbefehl einem rechtskräftigen Urteil gleichsteht, soweit nicht Einspruch eingelegt worden ist. Das bedeutet: Das Gesetz macht keinen Unterschied, ob Sie in einer Gerichtsverhandlung von einem Richter „Im Namen des Volkes“ verurteilt worden sind oder ob Sie „nur“ mit einem Strafbefehl verurteilt wurden. Wenn Sie gegen den Strafbefehl keinen Einspruch einlegen, wird dieser rechtskräftig – Sie sind dann ein verurteilter Straftäter! Jeder Strafbefehl führt zu einem Eintrag im Bundeszentralregister, unter Umständen auch zu einem Eintrag im Führungszeugnis (Vorstrafe). Das sind allerdings nur die offensichtlichen Folgen – problematischer wird es, wenn die Verurteilung Konsequenzen nach sich zieht, die der Betroffene anfangs gar nicht gesehen hat. 

Einspruch einlegen?

Die Frage, ob man Einspruch gegen den Strafbefehl einlegen sollte oder nicht, ist deshalb von entscheidender Bedeutung. Wer seinen Strafbefehl vorschnell akzeptiert, riskiert, dass er später negative Folgen aus der Verurteilung zu tragen hat, die ihm vorher nicht klar waren. Außerdem lässt er möglicherweise die Chance auf einen Freispruch, eine Einstellung des Verfahrens oder auf eine Reduzierung der Strafe ungenutzt verstreichen.

Risiko Einspruch

Wer auf der anderen Seite unüberlegt Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt, riskiert, dass die Sache am Ende schlimmer ausgeht – der Richter kann Sie nach einem Einspruch nämlich auch zu einer höheren Strafe verurteilen! Außerdem sind die Verfahrenskosten höher – von der Belastung und dem Ärger einer unnützen Hauptverhandlung ganz zu schweigen.   

Es geht also um Einiges: Einspruch einlegen und sich in einer öffentlichen Hauptverhandlung gegen die Vorwürfe verteidigen? Oder den Strafbefehl besser akzeptieren und die Geldstrafe zahlen? Es scheint, als hätten Sie die Wahl zwischen Pest oder Cholera. Doch ganz so schlimm ist es nicht: Viele Risiken des Einspruchs lassen sich vermeiden. Oft lässt sich sogar die Hauptverhandlung nach dem Einspruch vermeiden. Und die Erfolgsaussichten des Einspruchs lassen sich nach einer Akteneinsicht in der Regel ebenfalls gut einschätzen.  

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